Camping – Wie, wo, warum?

Eine Woche Abenteuer, Natur, Camping und alles was dazugehört – für viele klingt das nicht gerade nach dem perfekten Wellnessurlaub. Stimmt: es ist weit besser – und noch dazu wesentlich günstiger!

Vor einigen Jahren wurde an meiner nunmehr ehemaligen Schule die AG „Fahrradtrekking“ angeboten, an der ich kurzerhand teilnahm – und so begeistert war, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte von meinen Eindrücken zu erzählen. Als mir letztes Jahr eine Stelle als Begleiterin einer Kanuwandertour angeboten wurde, konnte ich diese natürlich nicht ablehnen. Ich wage zu behaupten, dass diese Erfahrungen mich für die zukünftige Urlaubsgestaltung maßgeblich beeinflussten. Bisher hatte es leider stets an Zeit und vor allem motivierten Mitfahrern gemangelt, um noch einmal eine solche Fahrt zu realisieren, doch nun, da ich für ein Jahr ins Ausland gehen werde, erbarmten sich die „kleine“ Schwester und ihr Freund mich zu begleiten. Acht Tage an der Mecklenburgischen Seenplatte –  je drei Tage Fahrrad- beziehungsweise Kanuwandern -, das war der Plan. Der große Vorteil des Ganzen bestand darin, dass ich erst wenige Tage vor der Abreise überhaupt mit der Planung beginnen musste, denn einzig die Hinfahrt mit der Bahn wollte zusammengestellt und das Kanu reserviert werden – eine Packliste und das nötige Vorwissen zur Budgetplanung hatte ich bereits erfolgreich verinnerlicht.

Den genaueren Verlauf unserer Route sowie einige der einprägsamsten Erlebnisse plane ich in den nächsten Tagen (zusammen mit dem ein oder anderen Foto) online zu stellen. Zuallererst habe ich für euch das Grundprinzip einer solchen Tour zu Papier gebracht zusammengetragen – gewissermaßen einen Survivalguide für euren Campingurlaub: Wie kommt man hin? Was sollte man mitnehmen? Wer sollte einen begleiten? Mit welchen Kosten hat man zu rechnen? Auf all diese Fragen findet ihr hier eine Antwort!

Hinkommen
Mit der Bahn. Die wohl günstigste Variante? Das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket; gilt z.B. schon im Großbereich Hamburg und in ganz MeckPom. Wehrmutstropfen: Die meisten Züge sind nicht für größere Gruppen bzw. die gesteigerte Fahrradmitnahme während der Urlaubszeit ausgelegt, Mitreisende reagieren häufig abweisend und wenig hilfsbereit, Schwelle zwischen Waggon und Bahnsteig mit voll beladenen Rädern nur schwer zu passieren. Vorher über Beförderungsbedingungen informieren, da es z.B. in S- und U-Bahnen oft Sperrzeiten gibt; (städtischen) Berufsverkehr meiden.
Alternativen: Fahrräder vor Ort mieten oder per Fahrradversand an den Ausgangspunkt der Tour schicken.

Mit dem Auto. Die bequemere Variante: Gepäck im Kofferraum verstauen, Fahrräder montieren, losfahren. Weiterer Vorteil? Alles, was man während der Tour nicht unbedingt benötigt, kann man problemlos im Auto zurücklassen. Unbedingt vorher nach einem Parkplatz für den Zeitraum der Tour suchen, z.B. beim Kanuverleih oder einem Campingplatz.

Übernachten
Unter freiem Himmel. Für die Abenteurer.
Auf Campingplätzen. Für diejenigen mit begrenztem Budget.
In Pensionenoder Bett&Bike-Zimmern. Vorteil: man spart sich die Mitnahme von Schlafsack, Zelt und Isomatte.


Verzehren

Trinken:
Morgens Instant-Kaffee oder Tee.
Ansonsten Trinkflasche mit Leitungswasser auffüllen. Vitamintabletten darin auflösen sorgt für geschmackliche Abwechslung, Magnesium beugt außerdem Krämpfen vor.

Essen:
Morgens frische Brötchen, die man meist bis zum vorherigen Abend am Campingplatz bestellen kann. Darauf Nutella, denn die hält sich auch bei Hitze und lockt – im Gegensatz zu Honig und Marmelade – keine Wespen an.
Zwischendurch Müsliregel (kompakt und dennoch sättigend), geschmierte Brote. Abends alles, was sich schnell und ohne viel Abwaschaufwand zubereiten lässt. Zum Beispiel: Dosenfutter (Linseneintopf, Ravioli etc.) ->Nachteil: schwer, nimmt viel Platz ein Alles, was sich mit heißem Wasser aufgießen lässt (Tütensuppen, 5-Minuten-Terrinnen etc.) ->Vorteil: leicht, meist platzsparend; Nachteil: gefühlt kürzer anhaltendes Sättigungsgefühl

Begleitung
Freunde, Familie, generell jeder der Lust hat. Frag doch einfach in deinem Bekanntenkreis herum oder halte Ausschau nach Reiseangeboten (z.B. vom adfc oder Jugendeinrichtungen).


Bezahlen
(pro Person): 2 x 21€ (MeckPom-Ticket; + 3€ pro weitere Person) + 5€ Fahrradkarte Nahverkehr 10€ pro Übernachtung auf dem Campingplatz 5€ für Verpflegung pro Tag Miete für Kanu/Kayak; je nach Dauer und Anbieter verschieden 1€ für Duschen pro Übernachtung Aus Erfahrung kann ich sagen, dass meist Geld übrig bleibt, aber es kann nicht schaden etwas Reserve dabei zu haben.


Mitnehmen

Bekleidung (abhängig vom Wetter)
Anzahl der Übernachtungen + 1 Reserve:
Oberteile
Socken
Unterwäsche

1 dicker Pullover
1 dünner Pullover
2 lange Hosen
2 kurze Hosen
Ggf. Fahrradhose
Ggf. Fahrradhandschuhe
Regenbekleidung
Schlafanzug
Badesachen
Sandalen
Sportschuhe
Sonnenbrille
Kopfbedeckung / Cap

Pflege
Handtuch
Shampoo, Duschgel
Deo
Badelatschen
Sonnencreme
Bodylotion / Après-Sun-Lotion
Taschentücher
1 Rolle Klopapier
Fön
Zahnbürste, Zahnpasta
Haarbürste
Insektenschutz
Zeckenzange
Ggf. Medikamente
Ohrstopfen (nicht jeder hält die Nachtruhe ein…)
Monatshygiene

Ausrüstung
Zelt
Ersatzheringe
Ersatzspannleine (zur Wäscheleine umfunktionierbar)
Isomatte
Schlafsack
Ggf. Kopfkissen
Taschenlampe (besonders praktisch: Kopflampen, da man die Hände frei hat)
Campingkocher + Brennstoff
Feuerzeug
Kochtopf + Topfhalter
Besteck
Plastikteller (am besten geeignet: Teller mit halbhohem Rand, da man darauf sowohl Brot als auch Suppe essen kann …oder man isst aus dem Topf ;-))
Plastikbecher
Dosenöffner
Mind. 2 Liter Wasser o.ä.

Sonstiges
Schreibzeug
Ausweis, Krankenversicherungskarte, Führerschein
Handy
Ggf. Fotoapparat
Spielkarten (z.B. Uno)
Kleine durchsichtige Müllbeutel zum Verstauen von Kleinzeug und Schmutzwäsche
Rolle große blaue Plastikbeutel für Wasserschutz
Geschirrhandtuch; Spülmittel und -schwamm
Erste-
Hilfe; v.a. Pflaster + Schere zum Zuschneiden
Kartenmaterial

Beim Fahrradwandern
Fahrrad
Ggf. Fahrradhelm
Wasserdichte Packtaschen
Abspanngummis
Luftpumpe
Flickzeug, ggf. Reifenheber
Ggf. Ersatzschlauch – Pannen hat man meist im Regen abseits jeglicher Zivilisation
Fahrradschloss (+Schlüssel)

Gut zu wissen:
Für die Bekleidung empfiehlt sich das Zwiebel-Prinzip: Mehrere Schichten übereinander, die bei Bedarf an- bzw. ausgezogen werden können.
Thematisch zusammenpassende Dinge in dünne Mülltüten packen (z.B. Klammotten für je drei Tage; Besteck, Teller, Spüli, Geschirrtuch), das erleichtert das Wiederfinden und beschleunigt den Packvorgang.
Beim Packen soweit möglich darauf achten, dass die schwersten Dinge ganz unten verstaut werden und (beim Fahrradwandern) sollten die beiden Packtaschen ungefähr gleich viel wiegen, dann lässt es sich besser fahren und man beugt einem verbogenen Gepäckträger entgegen.
Karten, Proviant, Getränke und Regenbekleidung (vorausgesetzt es sind nicht 30°C bei strahlendem Sonnenschein vorhergesagt) stets griffbereit haben sowie nasse Handtücher möglichst in der Sonne / im Fahrtwind trocknen lassen.

An alles gedacht? Prima, dann kann es ja losgehen!
Nun interessiert mich: Habt ihr schon Erfahrungen mit Fahrrad- bzw. Kanuwandern gemacht? Wenn ja, wo? Geht ihr gerne campen? Habt ihr sonst Tipps und Kniffe, die man als zukünftiger Hobby-Camper unbedingt kennen sollte?

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Über Anni

Anni, 21 Jahre jung. Deutsch-Chilenin auf der Reise durch die große weite Welt, von einer Küche zur nächsten. Ständig auf der Suche nach neuen kreativen Rezepten und den dazugehörigen (Test-)Essern.
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