Reif für die Insel {Rügen}

Wie in diesem Post bereits erwähnt, verschlug es mich unmittelbar nach der (eigentlich) letzten Abiturprüfung – mittlerweile habe ich für eine Nachprüfung in Deutsch zur Verbesserung des Notenschnittes begonnen zu wiederholen – erst nach Berlin zum Käfertreffen und anschließend mit L. nach Rügen. Letzteres kam sehr spontan zustande: Bereits rund acht Monate im Voraus hatten wir beschlossen, nach dem Abi gemeinsam für einige Tage das Weite zu suchen. Wochenlang debattierten wir über mögliche Reiseziele: Sollte es nach Polen gehen, in die Türkei, nach Griechenland? Mit dem Zug, oder wäre ein wenig sportliche Betätigung nicht auch ganz schön? Letztendlich einigten wir uns dann auf eine Kayaktour in Mecklenburg Vorpommern – im Angesicht der Alternativen beschlossen wir also quasi vor der Haustür zu bleiben.

Nicht einmal 24 Stunden vor der geplanten Abreise – ich wollte gerade die ersten Kleidungsstücke in meiner Reisetasche verstauen – klingelte das Telefon: „Du, Anni, ich habe gerade festgestellt, dass es in MeckPom die ganzen nächsten Tage regnen und die Temperaturen deshalb vor allem nachts stark abfallen sollen. Wollen wir das wirklich durchziehen, oder doch lieber woanders hin fahren?“ Nach einigem Herumtelefonieren waren eine Jugendherberge gefunden, eine Zugverbindung herausgesucht und – nicht ganz unwichtig – L. hatte mich von dem spontanen Umdenken überzeugt.

Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt, fiel die Wahl auf die Ostseeinsel Rügen – auch in MeckPom gelegen, immerhin; wir sollten unseren ursprünglichen Plänen also zumindest in gewisser Hinsicht treu bleiben. Nach knapp sechsstündiger Zugfahrt und viermaligem Umsteigen kamen wir endlich in unserem Zielort Sellin an. Unterwegs hatten wir dementsprechend mehr als genug Zeit gehabt, uns gegenseitig Erdkunde-(Halb)Wissen an den Kopf zu schmeißen: man erkenne eindeutig die Entleerung des ländlichen Raumes, wie wir wussten in diesem Fall eines Passivraumes (nicht zuletzt aufgrund der fehlenden räumlichen Nähe zu Metropolen, der geographischen Randlage), welche wiederum den Demographischen Wandel beschleunige. Soviel dazu. Übrigens hatten wir vor der mündlichen Prüfung (die wir beide in Erdkunde abgelegt hatten) noch eine Simulation abgehalten, während der wir uns ausgiebig mit der Insel, ihrer Infrastruktur und den Besucherattraktionen auseinandergesetzt hatten und die L. (ohne das ich das wusste) überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte, dorthin zu fahren: „Bei der Übung habe ich festgestellt, dass es auf der Insel mehrere Jugendherbergen gibt. Ich habe dort angerufen und in Sellin war noch ein Zimmer frei.“

Ohne Plan, mit wenig Geld und viel Zeit wollten wir nun also drei Tage lang die Insel unsicher machen. Wir unternahmen Strandspaziergänge, liehen Fahrräder aus, um die Umgebung zu erkunden, ließen die Sonne auf unsere winterblassen Gesichter scheinen und badeten sogar in der Ostsee – naja, zumindest wateten wir mit lauten „Kaaalt!“-Rufen bis auf Höhe der Oberschenkel ins eiskalte Meerwasser 😉 Zu unserer Verteidigung möchte ich an dieser Stelle anführen, dass die anderen Strandbesucher in Mütze, Schal und dicke Jacke eingemummelt waren und unseren jugendlichen Elan nur müde belächelten. Die Kreidefelsen haben wir zwar nicht gesehen – zu weit weg, zu teuer -, eine schöne Zeit hatten wir dennoch!






Anni überlegt, wie sie am besten zum nächsten Stein kommt, ohne dabei auszurutschen und bäuchlings in der kalten Ostsee zu landen.






Diese Bauweise entspricht übrigens der typischen Bäderarchitektur 😉

„Was ist das dahinten auf den Steinen?“ *Brille-Anzieh und mit der Kamera-Ranzoom* „Da bewegt sich was, ich würde sagen, dass sind Vögel.“







Der „spektakuläre“ Aussichtspunkt, für den wir eine insgesamt einstündige Wanderung  hinter uns bringen mussten: ein Baum -ja, ein wirklich schöner Baum-, der die Sicht auf die Bucht versperrt.

Das Beweisfoto: Wir sind tatsächlich „baden gegangen“.

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Über Anni

Anni, 21 Jahre jung. Deutsch-Chilenin auf der Reise durch die große weite Welt, von einer Küche zur nächsten. Ständig auf der Suche nach neuen kreativen Rezepten und den dazugehörigen (Test-)Essern.
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3 Antworten zu Reif für die Insel {Rügen}

  1. zwergenprinzessin schreibt:

    oooh, da möchte ich auch unbedingt mal urlaub machen!

  2. Lebensklimawandel schreibt:

    Sogar das *Ich-muss-vor-Erleichterung-ein-Foto-machen*-Foto ist dabei 🙂 Vollschöne Fotos sind das geworden 😀

    • anni134 schreibt:

      Aber klar doch, immerhin hat das für uns eine nicht außer Acht zu lassende Bedeutung 😉
      Wir sollten die Fotos unbedingt bei unserem nächsten Treffen austauschen, schließlich hast du auch noch einige, die ich nicht kenne 🙂

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