Und er läuft und läuft und läuft… {VW-Käfertreffen Part I: Potsdam und Werder}

Der lang ersehnte Tag ist endlich gekommen: seit letzter Woche Donnerstag bin ich mit allen Abiturprüfungen durch! Die mündliche Prüfung ist zwar für meine Verhältnisse ziemlich daneben gegangen – nach zwei Jahren voller Aufregungen, andauerndem Unterrichtsausfall und einem rasantem Leistungsabfall um ganze drei Noten (was die beste Note des jeweiligen Halbjahres betrifft) in zwei Jahren ist das aber vermutlich auch kein Wunder. Sollten die schriftlichen Ergebnisse jedoch auch nur annähernd so gut werden wie die im Vorabi, muss ich mich voraussichtlich nicht einmal von der 1 vor dem Komma verabschieden. 🙂

Wie als Belohnung hieß es am Freitagmorgen vor dem Pfingstwochenende dann: Reisetasche packen, im „Kofferraum“ (da wagt es doch tatsächlich ein Bekannter zu behaupten, soetwas könne man nicht Kofferraum nennen, Frechheit ;-)) eines unserer beiden VW-Käfer verstauen und ab nach Berlin, denn dort trafen fünfzig Exemplare des Kult-Autos zum 9. Treffen des Käferclubs „Última Edición“aufeinander. Drei Tage lang fachsimpelten die stolzen Besitzer über solch anschauliche Themen wie Vergaser und Bremsbeläge, während ich verzweifelt nach jemandem suchte, der nicht ganz so bastelambitioniert ist, dass er sein Auto am liebsten selbst auf Vordermann bringt – denn auch ziemlich genau ein Jahr nach meiner Führerscheinprüfung hält sich mein Wissen in Bezug auf Fahrzeugtechnik in sehr engen Grenzen.

Auf der Hinfahrt geraten wir schon nach wenigen Kilometern in einen Stau. Verkehrsfunk hören vor der Abfahrt hätte sich ausgezahlt (Radio haben wir nämlich keines im Auto), denn zweieinhalb Stunden Stop-and-go in einem Auto ohne Klimaanlage in der prallen Sonne gehören nicht unbedingt zu den Urlaubshighlights; auf meinen geplanten Auslandsaufenthalt in Indien hingegen bereitete diese Situation mich zumindest temperaturmäßig schon einmal ganz gut vor.

Kaum können wir wieder Fahrt aufnehmen, die Ausstellfenster öffnen und beim Knattern der Motoren die energiesparende „Klimaanlage“ aktivieren, ist auch schon der Tank erschreckend geleert – doch eine Tankstelle ist weit und breit nicht zu erahnen. Das bedeutet: von nun an wird spritsparend gefahren. Obwohl wir mit nur 80 km/h auf der Autobahn entlangschleichen und uns dabei gleich mehreren LKWs überholen,  werden wir nicht einmal seltsam angeschaut – das geht nur mit einem (scheinbar) alten Auto. Nachdem unser Navi abschließend mitten auf der Schnellstraße vorschlägt, links abzubiegen (das Kartenmaterial war wohl länger nicht mehr aktualisiert worden :D) kommen wir dann nach sechseinhalb Stunden endlich in Potsdam angekommen. Laut der ursprünglichen Routenplanung hätten wir lediglich dreieinhalb Stunden benötigt.

Am Samstagmorgen starten wir KäferbesitzerInnen in der hoteleigenen Tiefgarage im kollektiv die Motoren – bei ausgeschaltetem CO2-Alarm versteht sich, denn bei einer vergleichbaren Aktion vor wenigen Jahren war die Feuerwehr angerückt. Stets akribisch nach Autofarben sortiert fahren wir über einen direkt am See gelegenen Campingplatz und die ersten verschlafenen Gestalten zücken ihre Kameras um später beweisen zu können, dass das frühmorgendliche Beinahe-Erdbeeben  kein (Alb-)Traum war.

Das restliche Wochenende vergeht wie im Flug: wir fahren mit einer Seilfähre, statten der Berliner Innenstadt einen Besuch ab und ich quäle mich von einem Allergieanfall zum nächsten, bis ich schließlich ab Sonntagabend komplett außer Gefecht gesetzt bin.

In dem Sinne warfen L. und ich unsere Kanufahrpläne, nicht zuletzt aufgrund der düsteren Wettervorhersage, nicht einmal 24 Stunden vor der geplanten Abfahrt über Bord und buchten drei Übernachtungen auf Rügen. Dort verbrachten wir einige wunderbare Tage als privatpersönlichen Abifahrtersatz. Dazu später mehr.


















Luftgekühlte Grüße aus Norddeutschland
Eure Anni

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Über Anni

Anni, 21 Jahre jung. Deutsch-Chilenin auf der Reise durch die große weite Welt, von einer Küche zur nächsten. Ständig auf der Suche nach neuen kreativen Rezepten und den dazugehörigen (Test-)Essern.
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