Fernweh

Nach langer Weltenbummlerei wieder nach Hause zurück zu kehren kann wunderbar sein – muss es allerdings nicht immer.
Als meine Familie und ich vor ziemlich genau einer Woche unsere Füße symbolisch wieder auf deutsches Land setzten, begrüßten uns (irgendwann müssen sich die ewigen Klischees ja mal bestätigen) einer dunkelgrauer Hamburger Himmel und eine nach der Hitze der letzten Wochen eisig erscheinende Temperatur von 9°C (und das bei der Rückkehr in ein ungeheiztes Haus :/).
Und dafür habe ich die stetige Gewissheit, dass der folgende Tag erneut wieder den gleichen strahlenden Sonnenschein bei sommerlichen (manchmal etwas zu sommerlichen) Temperaturen mit sich bringen würde hinter mir gelassen? Und das farbenfrohe Leben, die vielen netten Menschen?

Ja, ich muss schon zugeben: Indien hat mich fasziniert wie kaum ein anderes Fleckchen Erde, dass ich besucht habe (Chile und Mexiko als meine Heimatersatzorte an dieser Stelle einmal ausgenommen ;-)). „Nur“ neun einhalb Flugstunden entfernt und doch trifft man auf eine vollkommen andere Welt. Nicht nur die Sprache ist anders, auch die Art zu leben und die Mentalität der Leute, um nur einige Aspekte zu nennen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, so viele Bauwerke habe ich gesehen, so viel Neues gelernt. Erstaunlich fand ich, welch banale Dinge ich vermisst habe: 
-Sicherheitsgurte im Auto beziehungsweise eine defensive Fahrweise (allerdings würde man so in Indien nicht vom Fleck kommen :D) 
-(fast) alles und (fast) überall essen zu können, ohne mir Sorgen um meinen Magen machen zu müssen
-einen Ort, an den ich mich zurückziehen kann, denn das Leben dort ist furchtbar laut: auf den Straßen feilscht an jedem Stand gerade ein Einheimischer um den besten Preis, alle Fahrzeuge hupen durcheinander und in den Hotelzimmern ist es ohne Klimaanlage kaum auszuhalten (nur leider erfordert das einen gewissen Geräuschpegel)
-eine Dusche, aus der ausreichend Wasser zum Haarewaschen herauskommt und die gleichzeitig über einen Duschvorhang verfügt, damit nicht ungewollt das gesamte Badezimmer unter Wasser gestellt wird
-einkaufen zu gehen, ohne zehn Minuten über den Preis verhandeln zu müssen

Leider hat mich der deutsche Schulalltag viel zu schnell wieder eingeholt und außer einem verblichenen Henna-Tatoo an meinem Arm, dem höchstens halb ausgepackten Koffer in meinem Zimmer und dem wenigen freien Speicherplatz auf meinem Laptop (ich habe viel zu viele Fotos gemacht) erinnert nur noch wenig daran, dass ich letzten Monat nicht im kalten Deutschland verbracht habe.
In den nächsten Tagen werde ich neben den ersten anstehenden Klausuren mit der Digitalisierung meines Reisetagebuchs beginnen und einige Fotos heruassuchen, die ihr dann hoffentlich bald auf meinem Blog bestaunen dürft!

Achja, heute habe ich indischen Kokosreis gekocht, ein süßes Hauptgericht das als Sonntagssüß fungieren soll. Für meinen Geschmack hat es ein bisschen zu sehr nach Kardamom geschmeckt 🙂

Mehr Sonntagssüßes findet ihr hier, heute gesammelt von Fraülein Text.

Das Rezept gibt’s hier.

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Über Anni

Anni, 21 Jahre jung. Deutsch-Chilenin auf der Reise durch die große weite Welt, von einer Küche zur nächsten. Ständig auf der Suche nach neuen kreativen Rezepten und den dazugehörigen (Test-)Essern.
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2 Antworten zu Fernweh

  1. Pingback: Kokosreis nach indischer Art | C'est la vie, chérie !

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