Lucas

„Eine Geschichte über Liebe und Hass – und alles was dazwischen liegt.“

Den Roman „Lucas“ habe ich bereits mehrere Male gelesen, zuerst im Alter von 14 Jahren im Sommerurlaub. Zugegebenermaßen war ich nach der Lektüre ein wenig geschockt vom Ende der Geschichte, doch Kevin Brooks Schreibstil hat mich von der ersten Seite an sehr beeindruckt. Das Buch ist einziges, wunderbares Zitat! Im folgenden für euch eine kleine Kostprobe…

Dad hat mir mal erzählt, dass der Wind Zauberkraft besitzt und einem, wenn man nur genau genug zuhört, das erzählt, was man hören möchte. Ich weiß nicht, ob ich an Magie glaube – ich weiß nicht einmal, ob ich an Magie glauben kann -, aber als ich an jenem Abend im Bett lag, war ich bereit es auszuprobieren.
(…)
Aber sosehr ich auch horchte, so genau ich auch lauschte, der Wind in den Bäumen erzählte mir nichts.
Vielleicht habe ich einfach nicht genügend magische Kräfte.


Was?
Lucas, geschrieben von Kevin Brooks.
Roman mit 447 Seiten, erschienen 2005 im Deutschen Taschenbuchverlag

Worum geht’s?
Caitlin McCann schreibt die Geschichte ihres letzten Sommers auf, des Sommers, in dem sie Lucas traf. Den Jungen, der von Ort zu Ort reist und  ohne Eltern lebt. Seine Vergangenheit kommt nie ganz ans Licht, doch gerade das ist es, was seinen Charakter ausmacht, dieses geheimnisvolle ohne das seine Person nur halb so faszinierend wäre.
Von Anfang an treten die Bewohner der Insel, auf der Caitlin lebt, dem Fremden mit Misstrauen gegenüber. Auch  die örtliche Jugendclique hat es bereits nach kurzer Zeit auf den Neuen abgesehen, beginnt ihn zu verfolgen und zu verspotten. Als Caitlin, die Lucas bedingungslos vertraut, versucht ihm zu helfen gerät auch sie in Gefahr und muss miterleben, wie die Erwachsenen Lucas für alle Missgeschicke verantwortlich machen, die auf der Insel geschehen. Erst galt er schlichtweg als unerwünschter Herumtreiber, doch dann wird ihm die Belästigung eines jungen Mädchens unterstellt, das er in Wahrheit vor dem Ertrinken gerettet hat. Nach und nach spitzt sich die Lage immer mehr zu…

Warum sollte man es lesen?
Gleich nach den ersten Seiten  von “Lucas” merkt man, dass dies kein normales Buch ist. Es hört sich nicht nach einem dieser Bücher an, in denen eine Menge Probleme gewälzt werden, am Ende aber alle glücklich sind. Nein, man merk gleich, dass es hier nicht unbedingt ein Happy End geben wird.

Kevin Brooks hat ein Porträt über Gewalt und das Ende der Kindheit, der plötzlichen Konfrontation mit den wirklich wichtigen Problemen geschaffen, das zum Nachdenken anregt.

“Lucas”, Kevin Brooks zweites Buch, wurde wie sein Debütroman  “Martyn Pig” für mehrere Literaturpreise nominiert und schliesslich mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet.

Das fantastische Buch über Rassismus und seine Auswirkungen wird vor allem für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen, aber auch Erwachsene dürften sich am Schreibstil des englischen Erfolgsautors erfreuen. Ausserdem bietet dieser Roman eine willkommene Abwechslung zu den Standard-Jugendbüchern, die meist sehr oberflächlich geschrieben sind.

Am meisten beeindruckte mich Brooks Art Momente und die Gefühle der Personen zu beschreiben, die einen förmlich dazu einlädt, die Geschichte an der Seite der gut ausgestalteten Charaktere mit zu erleben. Also, worauf wartest du noch?

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Über Anni

Anni, 21 Jahre jung. Deutsch-Chilenin auf der Reise durch die große weite Welt, von einer Küche zur nächsten. Ständig auf der Suche nach neuen kreativen Rezepten und den dazugehörigen (Test-)Essern.
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