In Hamburg bei der Schulreforms-Demonstration

Dieses Wochenende habe ich in Hamburg verbracht, wo ich an einem Schülerzeitungsseminar teilgenommen habe. Da ich seit 2007 aktives Redaktionsmitglied unserer Schulzeitung bin, erhoffte ich mir neue kreative Ideen und wurde nicht enttäuscht.

Neben der Aneignung theoritischer Grundlagen sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen und so gestalteten wir (7 Schülerzeitungsredakteure aus HH und Umgebung) kurzerhand unsere eigene Zeitung zum Thema Schulreform.

Anfangs konnte ich mich in dem Thema nicht wirklich zurechtfinden, da die ganze Sache Niedersachsen ja nicht betrifft, doch spätestens bei der Demonstration der „Schulverbesserer“ durch die Innenstadt begann mein Interesse zu wachsen und ich recherchierte eifrig mit meinen Mitstreitern.

 

Hier könnt ihr lesen, was am Ende bei mir herausgekommen ist: 

 

 

Wandernde Wahlkästen und ein nerviger Entertainer

 

Eine Reportage

  

 

         

    

 

 

Es ist Samstagmorgen (5.05.2010).

Noch vor wenigen Stunden sah die Welt ziemlich grau aus, doch jetzt  sehe ich alles wie durch eine rosarote Brille; denn Pink, das ist die Farbe des Volksentscheides zum Thema Schulreform, der am 18. Juli dieses Jahres in „der schönsten Stadt der Welt“ durchgeführt werden soll.

Eigentlich ist es viel zu warm um zu demonstrieren und man hätte locker die Freibadsaison einweihen können, doch „Die Zukunft aller Kinder ist auch deine Zukunft“, wie es auf einem der Plakate heißt, und liegt vielen Bürgern gerade deshalb ganz besonders am Herzen. So lassen sie gerne den Besuch in der Eisdiele warten und beteiligen sich an dem 3 km-Marsch durch das Stadtzentrum bis zum Rathaus.

 

Als ich am Stephansplatz ankomme, erblicke ich in allen Himmelsrichtungen Menschen, die ihre Meinung möglichst kreativ zur Schau stellen, ganz egal ob durch mit Spielzeug beladene Bollerwagen, selbstgemalte Plakate oder riesige pinkfarbene Wahlkästen, die in Wirklichkeit verkleidete Kinder sind. Es herrscht ein buntes Durcheinander junger und alter Menschen verschiedener Kulturen, insgesamt an die 4.000 Leute, jedoch wollen alle ein und dasselbe Ziel erreichen: die Einführung der Primarschule mit sechs Schuljahren und kleineren Klassen. Unter den Demonstranten sind auch einige Nicht-Hamburger, die sich jedoch mit den Prinzipien der Primarschule identifizieren können und Grundschulkinder, die selber nicht wissen, wieso sie durch die Stadt wandern, sondern einfach nur ihre Eltern begleiten.

 

Einige Zeit später setzt sich die Kolonne in Bewegung, einen Entertainer an der Spitze, der meine Nerven in den folgenden zwei Stunden mit seinen „Hamburg sagt ja zur Primarschule, ja zur Primarschule […]“-Gesängen strapazieren sollte. 

Die Stimmung ist, passend zum Thema, prima(rschule) und mit Trommelmusik in den Ohren macht die ganze Sache gleicht doppelt so viel Spaß. Trotz der, nach dem langen Winter nahezu tropisch erscheinenden, Temperaturen und des langen Fußmarsches mit der Unterstützung von Megafon-Durchsagen, Sprechchören und Plakaten ist von Müdigkeit keine Spur, ganz im Gegenteil: je näher wir unserem Ziel, dem Rathaus, kommen, desto mehr Energie scheinen die (friedlichen) Demonstranten an den Tag zu legen und lenken somit die Blicke der Außenstehenden auf sich.

Falls jemand Durst bekommen sollte, sind immer einige Jugendliche mit liebevoll dekorierten Einkaufswagen zur Stelle, die eine Vielzahl unterschiedlicher Getränke verkaufen.

Auch ein grünes Kanu mit der Aufschrift „6 Jahre in einem Boot“ sowie eine Limousine mit dem Slogan „Für längeres gemeinsames lernen“, vollgestopft mit Kindern, die freudig aus den Fenstern winken und Plakate heraushalten, begleitet uns auf unserem Weg, dem Weg in eine scheinbar bessere Zukunft.

 

Am Rathaus angekommen ging die Menschenmenge allmählich auseinander, doch die Frage der Schulreform beschäftigt auch weiterhin viele Hamburger.  

 

 

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Über Anni

Anni, 21 Jahre jung. Deutsch-Chilenin auf der Reise durch die große weite Welt, von einer Küche zur nächsten. Ständig auf der Suche nach neuen kreativen Rezepten und den dazugehörigen (Test-)Essern.
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